Pressemitteilung des Vorstandes des FC Alemannia München von 1912 e.V. - 9. Oktober 2026
Hort ja – aber wohin mit den Kindern des Vereins? FC Alemannia München läuft die Zeit davon
Zum 31.12.2026 verliert der Verein sein Vereinsheim unter dem Hort. Ab Januar fehlen am Platz Toiletten, Umkleiden und Lager. Der Verein sucht dringend eine Alternative, wünscht sich mehr Unterstützung von Stadt und Politik und vor allem: dass mit ihm gesprochen wird.
Der FC Alemannia München 1912 e. V. spielt seit 114 Jahren auf dem Platz an der Rotbuchenstraße. Zum 31. Dezember 2026 hat die Landeshauptstadt München die Vereinsräume im Keller unter dem städtischen Hort gekündigt, ohne Angabe von Gründen und ohne vorheriges Gespräch. Betroffen sind knapp 400 Mitglieder, darunter 250 Kinder und Jugendliche.
Die Räume wurden 2011 gemeinsam mit der Stadt als Sportkeller geplant: mit Umkleiden, Duschen und einem Vereinsraum, direkt am Kleinfeldplatz, auf dem die jüngsten Mannschaften spielen.
Wir verstehen den Anspruch des Horts
Das Referat für Bildung und Sport hat dem Verein mitgeteilt, dass die Räume dauerhaft und vollständig für zusätzliche Hort- und Integrationsplätze und den Ausbau zum kooperativen Ganztag gebraucht werden. Einen Aufschub der Kündigung und eine Teilung der Räume lehnt das Referat ab.
„Wir verstehen, dass der Hort mehr Platz braucht. Aber auch wir haben Kinder, die einen Platz zum Umziehen, eine Toilette und einen Ort für Erste Hilfe brauchen. Gesehen wurde bisher nur ein Keller, der während der Hortzeiten leer steht. Für uns ist er der Mittelpunkt des Vereinslebens“, sagt Anja Kuntscher, 2. Vorstand.
Uns läuft die Zeit davon
Das Referat sichert zu, dass die Sportflächen weiter genutzt werden können. Wie das ohne sanitäre Anlagen und Umkleiden gehen soll, ist offen. Der Verein sucht deshalb mit Nachdruck nach Räumen in Harlaching in direkter Nähe des Platzes und prüft gemeinsam mit der Stadt Containerlösungen.
„Uns wird gesagt, dass wir weiter trainieren und spielen können. Aber wohin geht ein Siebenjähriger an einem Samstagmorgen während eines Spiels, wenn er dringend auf die Toilette muss?“, fragt Nikolas Heep, 1. Vorstand. „Wir sind verzweifelt auf der Suche, und bis zum Jahreswechsel sind es nur noch wenige Wochen.“
Enttäuscht, dass nicht mit uns gesprochen wird
Dem Verein fehlt vor allem das Gespräch. Vor der Kündigung gab es keines. Auch jetzt fühlt sich der Verein nicht ausreichend einbezogen. An der Begehung der Räume war er nicht beteiligt.
„Es hat sich bisher niemand die Mühe gemacht zu verstehen, was wir für unsere Jugendabteilung wirklich brauchen“, so Kuntscher. „Manchmal fühlt es sich an, als wären wir vor allem eine Unannehmlichkeit.“
Was der Verein sich wünscht
- Gespräch: dass Stadt und Referate mit dem Verein reden und seinen Bedarf kennenlernen, bevor weitere Entscheidungen fallen.
- Unterstützung: von Stadtverwaltung und Politik, bei Container, Ersatzräumen und der Frage, wie Toiletten und Umkleiden am Platz ab Januar funktionieren.
- Eine Lösung für die Kinder in Harlaching und in direkter Nähe zum Platz, bevor die Räume zurückgegeben werden müssen.
Räume in Harlaching gesucht
Gesucht werden Lagerflächen, Büro- und Organisationsräume und, wenn möglich, ein Aufenthaltsraum für Vorstandssitzungen, Elternabende und Veranstaltungen. Der Verein hat sich an das Kommunalreferat gewandt, um städtische Immobilien in Harlaching zu prüfen. Hinweise aus der Nachbarschaft sind ausdrücklich willkommen.
„Wir suchen keine Luxuslösung“, sagt Heep. „Wir suchen eine realistische Perspektive für einen Verein, der seit Generationen zu diesem Viertel gehört und dessen Kinder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zum Training kommen.“



